| Deutscher Meister-Titel im Doppelpack |
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| Sonntag, 04. Dezember 2011 um 12:29 | |||
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von Jürgen Klinghardt Seit drei Jahren ist nun unser Mitglied Jens Tschentscher als Steuermann der S.Y. „patent3" sehr erfolgreich auf den Seeregatten in Nord- und Ostsee unterwegs, wobei die Krönung der Gewinn der Seesegel-Weltmeisterschaft in 2010 war. Wie in jedem Jahr begann die Saison 2011 für die "patent3"-Crew wieder sehr früh. Kaum war "patent3" Ende März im Wasser, so wurden die ersten Trainingsschläge vor Travemünde, traditioneller Heimathafen des Schiffs, absolviert. Dabei wurden die Trainingsschläge wie immer zu Saisonbeginn nicht nur zum Warmsegeln der Crew, sondern auch für einen ausgiebigen Check von Boot und Material genutzt. Gegenüber der Weltmeister-Crew des Vorjahres gab es eine leichte Veränderung: Mit Karsten Witte vom Segel-Club „Ochtum" konnte ein erfahrener Taktiker gewonnen werden, der sich seine ersten Sporen im Dickschiff-Segeln bereits Anfang der 90er-Jahre im Rahmen des berühmten und bis jetzt einzigartigen "Aerosail"-Projektes verdient hatte, welches von Jochen Schümann angeführt und von Daimler-Benz getragen wurde. "Mit Jens Tschentscher und Carsten Witte haben wir nun eine ganz hervorragende Afterguard", freut sich Eigner Jürgen Klinghardt (SKWB), in Hamburg tätiger Patentanwalt. Die ersten Practice-Races absolvierte "patent3" im Rahmen der Maibock-Regatta Anfang Mai vor Travemünde und der Fehmarn-Rund-Regatta Ende Mai ("navigatorisch durchaus eine Herausforderung", so Jürgen Klinghardt), wo "patent3" entsprechende Siege einfuhr. Wegen Mangels an Zeit konnte leider eine Teilnahme an der Europameisterschaft in Norwegen nicht in Betracht gezogen werden, und für die Verteidigung des Weltmeistertitels in Kroatien war das Budget nicht angelegt. So suchte sich die Crew, die ausschließlich aus Amateuren besteht, mit der erstmaligen Teilnahme an der Nordsee-Woche der "patent3" sowie mit dem Ziel, sowohl auf dem Offshore-Teil als auch auf dem Inshore-Teil der Deutschen Seesegel-Meisterschaften erfolgreich zu sein, andere Herausforderungen. Die Nordsee-Woche begann für "patent3" bereits am Freitag abend mit der Zubringer-Regatta nach Helgoland im Rahmen der "SE Vibe Out"-Regattaserie, die dann am Pfingst-Sonnabend mit zwei längeren Dreieckswettfahrten östlich der Düne abgeschlossen wurde. Dabei gelang es der Crew, sich den Hummer-Cup für den berechneten Gesamtsieg dieser Regattaserie zu sichern. "Am Anfang hatten wir auf der Zubringer-Wettfahrt die Linie noch nicht so ganz gefunden, kamen aber dann in unseren Rhythmus", begründete Jürgen Klinghardt den Erfolg. Der zweite Streich folgte dann am Pfingstsonntag mit dem Sieg bei Rund-Helgoland nach berechneter Zeit über alle Klassen auf der großen Bahn. "Heute hatten wir einen wirklich guten Speed", freute sich Steuermann Jens Tschentscher, der maßgeblich dazu beigetragen hatte, Eigner Jürgen Klinghardt und die übrige "patent3"-Crew zur Teilnahme an der Nordsee-Woche zu bewegen. Von der gesamten Crew wurde ausdrücklich die Wettfahrtleitung für die gewählte Regattabahn gelobt. Mit einem Sieg in ihrer Klasse bei der Helgoländer Acht gelang ein erfolgreicher Abschluss der Nordsee-Woche. Als nächstes stand die Kieler Woche auf dem Programm. Beim Kiel-Cup mit acht sportlichen Kurzwettfahrten musste "patent3" der sehr gut gesegelten "BM-Yachting" mit dem dänischen Segelprofi Mads Christensen den Vortritt lassen, der sich mit einem "Thank you for the hard fight" bedankte. Der Hauptfokus galt jedoch diesmal den Streckenregatten, auf denen dieses Jahr um den Titel der Deutschen Meisterschaft Offshore gekämpft wurde. Allerdings war der Auftakt bei der Regatta nach Eckernförde alles andere als nach dem Geschmack der "patent3"-Crew, denn am Ausgang der Kieler Förde fand man sich am Ende des Feldes wieder. Nach einer Aufholjagd durch einen Gewittersturm konnte sich dann "patent3" im Ergebnis noch den dritten Platz sichern. Zwei anschließende Siege auf der Regatta zurück nach Kiel und der Nachtregatta "Silbernes Band" durch die westliche Ostsee und ein zweiter Platz auf der abschließenden Senatspreis-Regatta führten dann "patent3" zum Gewinn des Offshore-Meistertitels in der Division B der mittleren und kleineren Yachten. Die Crew freute sich, dass "es auch auf der langen Bahn geklappt hat"; denn normalerweise sei man eher auf den kürzeren Kursen zuhause. Mit Heimathafen in Travemünde gehört die Teilnahme an der Travemünder Woche schon zur Tradition. Die Up-and-down-Regatten dienten dabei als Vorbereitung für die Deutsche Meisterschaft Inshore und wurden als beste Yacht nach ORC absolviert. Demgegenüber entschied man sich auf der Mittelstrecke wegen Starkwinds zu einem Abbruch. Eine Maßnahme, die man eigentlich von der "patent3"-Crew nicht kennt, hat sie jedoch auf der letztjährigen Weltmeisterschaft gerade auch bei Starkwind ihre Dominanz bewiesen. Tatsächlich sollten Boot und Material geschont und fit für die Deutsche Meisterschaft Inshore gemacht werden. Diese fand im September im Rahmen der Flensburger Fördewoche statt, und auch hier startete "patent3" in der Division B der mittleren und kleineren Yachten. Diese Kurzwettfahrt-Serie bot alles: Starkwind am Donnerstag, wenig Wind am Freitag, kein Wind am Sonnabend und schöne Segelbrise am abschließenden Sonntag. Nach verhaltenem Beginn am ersten Tag konnte sich "patent3" in den Folgetagen in die Spitzenposition schieben und mit einem Sieg am Sonntag morgen alles klar machen. Ein Antreten im letzten Rennen wäre dann gar nicht mehr nötig gewesen, aber auch hier bewies die Crew mit Platz 2 ihre Stärke. Somit ist es der "patent3"-Crew als erste Crew in der Geschichte der Deutschen Seesegel-Meisterschaft gelungen, im selben Jahr beide Titel "Offshore" und "Inshore" zu holen. Diese Doppel-Titel sind für "patent3" der vierte und fünfte Deutsche Meister-Titel nach dem Gewinn der Deutschen Seesegel-Meisterschaft 2006 und 2008 (damals gab es noch keine Trennung in "Offshore" und "Inshore") und der Deutschen Seesegel-Meisterschaft Inshore 2009. Noch einen Erfolg konnte die „patent3"-Crew für sich verbuchen: Es wurde nicht nur der erste Platz in der Rangliste ihrer Klasse ersegelt - und dies seit 2006 ununterbrochen -, sondern „patent3" erhält in diesem Jahr auch den „über-alles"-Preis für die beste Yacht in der Jahreswertung über alle Klassen. Die Ehrung fand auf der „hanseboot" statt. In der speziellen Rangliste für Langstreckenregatten musste sich „patent3" nur von der Bremerhavener „Xenia" von Bernhard Buchwald (Weser Yacht Club Bremerhaven) geschlagen geben. Die Ehrung fand auf dem Hochseeseglerabend im Bremer Rathaus statt.
Erfolge 2011:
Maibock-Regatta (Travemünde): Beste Yacht nach ORC
Fehmarn-rund: Beste Yacht nach ORC
Nordsee-Woche: "SE Vibe Out"-Regattaserie: Beste Yacht nach berechneter Zeit über alles Rund-Helgoland: Beste Yacht nach berechneter Zeit über alles auf der großen Bahn Helgoländer Acht: 1. Platz in Klasse ORC int. 2
Kieler Woche: Gewinn der Deutschen Meisterschaft Offshore in Div. B Kiel-Cup: 2. Platz in Klasse ORC int. 2
Travemünder Woche up-and-down: Beste Yacht nach ORC
Flensburger Fördewoche: Gewinn der Deutschen Meisterschaft Inshore in Div. B Blaues Band/Flensburger Pilsener-Cup: 1. Platz in Klasse ORC int. 2
Rangliste: 1. Platz in Klasse 2 2. Platz in der Offshore-Rangliste Punktbeste Yacht über alle Klassen
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"patent 3" (Foto links: Hajo Andresen) ist eine Yacht vom Typ X-332 sport von der bekannten dänischen Yachtwerft X-Yachts. Wer glaubt, dass es sich dabei um eine Rennziege handelt, irrt. Unter Deck des Performance-Cruisers findet sich eine wohnliche Inneneinrichtung mit allem denkbaren Komfort wie fließendem Wasser, Kühlschrank, Heizung und sogar einem Warmwasserboiler. "Gegenüber dem Werft-Standard haben wir das Boot unverändert gelassen; nur das Deckslayout haben wir selbstverständlich optimiert und dabei unsere Erfahrungen von der X-99 "patent 2" einfließen lassen" ergänzt hierzu Jürgen Klinghardt.