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Drei SVW-Segler bei der ILCA-IDM auf der Reichenau

02. Oktober 2026 Drei Mitglieder des Segelverein Weser sind in dieser Woche auf ganz besonderem Terrain unterwegs: Imke, Eva und Christian vertreten den SVW bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der ILCA auf der Insel Reichenau im Bodensee.

Rund 140 ILCA-Seglerinnen und -Segler aus ganz Deutschland sind vom 30. September bis 4. Oktober auf den Untersee gekommen. Gesegelt wird in den Klassen ILCA 7 sowie ILCA 6 Damen und Herren – ein beeindruckendes Feld und für unsere drei SVW-Starter ein echtes Highlight der Saison.

Mittwoch: Ankommen, Vermessen, Vorfreude

Bevor es sportlich wurde, stand am Mittwoch zunächst das Pflichtprogramm an: Anreise, Boote aufbauen und Vermessung. Bei einer Deutschen Meisterschaft werden Boote und Material genau unter die Lupe genommen, bevor es anschließend endgültig heißt: Konzentration auf die Regatta.

Schon an Land wurde deutlich, welche Dimension diese IDM hat. Das Clubgelände voller ILCA, Seglerinnen und Segler aus ganz Deutschland und überall das gleiche Thema: Wind, Material, Kurse – und natürlich die Frage, was der Bodensee in den kommenden Tagen bereithält.

Für Christian ist die Reichenau dabei kein unbekanntes Pflaster. Bereits 2018 war er bei der IDMA dabei und hat die Veranstaltung in sehr guter Erinnerung behalten. Umso schöner ist es für ihn, nun erneut an diesem besonderen Revier und in diesem großen Feld an den Start zu gehen.

Besonders macht die Veranstaltung auch die Mischung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Neben den jüngeren Seglerinnen und Seglern sind zahlreiche Master-Segler dabei – darunter auch altbekannte Gesichter wie Carsten vom OSV oder Alex vom BSC. Diese Mischung aus Erfahrung, sportlichem Ehrgeiz und gemeinsamer Begeisterung für den ILCA prägt die besondere Atmosphäre der Meisterschaft.

Donnerstag: Warten auf den Wind

Der erste Wettfahrttag machte gleich deutlich, warum der Untersee als anspruchsvolles und manchmal auch geduldiges Revier gilt. Zunächst hieß es nämlich: warten. Rund zwei Stunden blieb die Flotte an Land in Abrufbereitschaft, bevor genügend Wind vorhanden war und es endlich aufs Wasser gehen konnte.

Als es losging, blieb der Wind insgesamt eher leicht, war dabei aber alles andere als einfach zu segeln. Unterschiedlicher Druck, Dreher und immer wieder die Frage, welche Seite des Kurses als Nächstes profitieren würde, verlangten volle Konzentration.

Die Windprognosen lagen je nach Tageszeit nur bei wenigen Knoten, zeitweise etwa 2 bis 6 Knoten. Entscheidend war deshalb weniger die reine Windstärke als vielmehr, die Veränderungen auf dem Wasser frühzeitig zu erkennen.

Und noch eine Besonderheit des Bodensees ist auf der Reichenau derzeit kaum zu übersehen: der niedrige Wasserstand. Gerade am flachen Untersee macht sich der Pegel besonders bemerkbar. Wo sonst selbstverständlich Wasser ist, kommt derzeit an einigen Stellen erstaunlich viel Seegrund zum Vorschein. Für die ILCA-Flotte zum Glück kein großes Problem – Tiefgang gehört schließlich nicht gerade zu den Schwächen unserer Boote.

Freitag: Fast drei Stunden auf Abruf

Auch am zweiten Wettfahrttag war zunächst Geduld gefragt. Diesmal verbrachte die Flotte sogar fast drei Stunden an Land in Abrufbereitschaft. Boote waren vorbereitet, Seglerinnen und Segler startklar – nur der Bodensee ließ sich Zeit.

Dann kam Bewegung in die Sache: etwas mehr Wind als am Donnerstag und endlich das Signal zum Auslaufen. Mehr Wind bedeutete allerdings keineswegs einfachere Bedingungen. Auch am Freitag blieb der Untersee mit wechselndem Druck und Drehern anspruchsvoll und verlangte auf jeder Kreuz und jedem Vorwindkurs Aufmerksamkeit. Gerade bei einem so großen und leistungsstarken Feld können schon wenige Meter oder eine falsche Entscheidung einen erheblichen Unterschied ausmachen.

Für Imke ist die Teilnahme dabei etwas ganz Besonderes – es ist ihre erste IDM. Mit einem 26. Platz als bislang bestem Einzelergebnis konnte sie sich bereits weit in das große Damenfeld hineinsegeln: „Meine erste Deutsche Meisterschaft – und dann mit rund 35 Frauen gemeinsam an einer Startlinie zu stehen, ist schon Wahnsinn. Allein dieses große Feld zu erleben, ist etwas ganz Besonderes.“

Auch Eva zieht nach den ersten beiden Tagen ein ausgesprochen positives Zwischenfazit. Ihre persönliche Bestmarke setzte sie mit einem 14. Platz in einer Wettfahrt: „So eine gelungene Regatta habe ich bisher noch nicht erlebt. Ich merke gleichzeitig, dass meine Lernkurve weiterhin steil nach oben geht. Und wenn dann in einer Wettfahrt ein 14. Platz herauskommt, ist das natürlich richtig schön.“

Christian liegt nach den bisherigen Wettfahrten auf Rang 35 von 45 Startern und konnte mit einem 20. Platz sein bislang bestes Einzelergebnis einfahren: „Der Bodensee hat seinen ganz eigenen Charakter. Als gebürtiger Lindauer kann ich nur bestätigen, wie anspruchsvoll dieses Revier sein kann. Umso mehr freue ich mich, eine Wettfahrt mit Platz 20 beendet zu haben. Vor allem aber ist es ein tolles Erlebnis, mit rund 140 Laser-Begeisterten gemeinsam diese Leidenschaft zu leben. Mal schauen, was die verbleibenden zwei Wettfahrttage noch mitbringen.“

Gastgeber, wie man sie sich wünscht

Ein großes Kompliment geht schon jetzt an die Jollensegler Reichenau. Die Gastgeber übertreffen sich einmal mehr selbst – sowohl auf dem Wasser mit einer engagierten Wettfahrtleitung als auch an Land.

Gerade während der langen Wartezeiten zeigt sich, wie angenehm eine gut organisierte Veranstaltung auch an Land sein kann. Und wer auf der Reichenau zu Gast ist, merkt schnell, warum sie als „Gemüseinsel“ bekannt ist: Bei der Verpflegung spielt das Gemüse von der Insel selbstverständlich eine nicht ganz unwichtige Rolle. Frisch, regional und reichlich – besser kann man die Wartezeit auf den Wind kaum überbrücken.

Wir drücken unserem SVW-Trio für Samstag und Sonntag die Daumen – und wünschen vor allem weiterhin viel Spaß auf dem Wasser.

 

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